Das Parfüm von Patrick Süskind – Nichts für schwache Nerven!
Im 18. Jahrhundert wird Jean-Baptiste Grenouille mit einem außergewöhnlichen Geruchssinn geboren. Fasziniert von der Idee, den vollkommenen Duft zu erschaffen, lernt er die Kunst des Parfümeurs. Doch seine Suche nach Schönheit gerät außer Kontrolle: Um das Unvergängliche festzuhalten, überschreitet er jede moralische Grenze.
Patrick Süskind, geboren 1949, hält sich weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus – und das passt irgendwie auch zu seiner Art zu schreiben. Seine Texte sind präzise, oft mit feinem Spott und einem scharfen Blick für gesellschaftliche Eigenheiten. Bevor er mit „Das Parfüm“ 1985 weltbekannt bekannt wurde, hat er schon Drehbücher und Theaterstücke geschrieben.
Der Film
Die Bestsellerverfilmung nach dem Roman von Patrick Süskind wurde von Bernd Eichinger produziert und von Tom Tykwer mit einem internationalen Top-Cast inszeniert – ein intensives, atmosphärisch dichtes Drama. (Deutschland , Frankreich , Spanien 2006)
Cast: Ben Whishaw, Dustin Hoffmann, Alan Rickman und Karoline Herfurth.
Der Film ist noch bis zum 16.11.25 in der > ZDF-Mediathek zu sehen.
Den > Trailer gibt es bei YouTube zu sehen – aber mit Altersbeschränkung, deswegen kann der hier auf der Webseite nicht eingebettet werden.

Abbitte – von Ian McEwan
Ein großer Liebesroman und eine Geschichte über Schuld und die (Un)Möglichkeit von Wiedergutmachung.
Einer meiner Lieblingsromane – dazu noch genial verfilmt. Im Mittelpunkt steht Briony Tallis, ein fantasievolles Mädchen, das als Kind ein Ereignis falsch deutet und dadurch das Leben zweier Menschen zerstört. Aus ihrem kindlichen „Ordnungssinn“ heraus entsteht eine falsche Beschuldigung, die Robbie Turner unschuldig ins Gefängnis bringt und die Liebe zwischen ihm und ihrer Schwester Cecilia zerstört.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Vielschichtigkeit der Erzählperspektive: Wir erleben die Geschichte erst durch Brionys Blick, später durch verschiedene Zeitebenen – und erst gegen Ende enthüllt der Autor virtuos, was es mit der Abbitte auf sich hat.
Ian McEwan ist einer der bedeutendsten britischen Erzähler der Gegenwart. Bekannt für seine präzise Sprache und psychologische Tiefe, verbindet er in seinen Romanen moralische Fragen mit menschlicher Verletzlichkeit.. In seinen frühen Jahren schrieb McEwan kurze, manchmal unbequeme Geschichten – und fiel damit schnell auf. Der große Durchbruch kam aber erst mit Abbitte (Atonement, 2001). Der Roman wurde mehrfach ausgezeichnet und machte ihn zu einem der prägenden britischen Autoren seiner Zeit.
Der Film
Die gekonnte, feine Verflechtung der verschiedenen Zeit- und Spiel-Ebenen auch im Film abzubilden, war in meinen Augen die ganz große Leistung von Regisseur Joe Wright. Und die geniale Besetzung der drei Hauptrollen. So hatte mir Briony (Saoirse Ronan), Cecilia (Keira Knightley) und Robbie (James McAvoy) vorgestellt. Saoirse Ronan (als junge Briony) erhielt mit nur 13 Jahren eine Oscar-Nominierung. Regie führte Joe Wright, der für seinen opulenten Filmstil bekannt ist, wie in Stolz und Vorurteil (2005), Anna Karenina (2012), Darkest Hour (2017). Viele Kritiker sehen Abbitte bis heute als eine der gelungensten Literaturverfilmungen der 2000er-Jahre – emotional, bildstark und präzise inszeniert.
> Hier läuft der Trailer zu Abbitte bei YouTube.
Saoirse Ronan ist übrigens auch in einer weiteren McEwan- Romanverfilmung zu sehen: als junge Frau kurz vor der Hochzeit im England der 1960er in dem > Film „Am Strand“ (YouTube-Link zum Trailer)
Tipp von Karin Steinhage

Der Leopard von Giuseppe Tomasi di Lampedusa – Mehr als eine Familiensaga
Ein stilles, melancholisches Porträt des gesellschaftlichen Umbruchs in Sizilien
Inspiriert von der Geschichte Lampdusas eigener Familie, folgt der Roman dem Fürsten Don Fabrizio di Salina über mehrere Jahrzehnte hinweg – von den 1860er-Jahren bis zu seinem Tod. Im Mittelpunkt steht seine Beobachtung des gesellschaftlichen Wandels: Sein Neffe Tancredi schließt sich den Revolutionären an und heiratet Angelica, die Tochter eines aufstrebenden Bürgers – ein Symbol für den Übergang von alter zu neuer Ordnung. Große Ereignisse bleiben im Hintergrund; die eigentliche Handlung spielt sich im Inneren der Figuren ab, in der leisen Einsicht, dass eine Epoche zu Ende geht.
„Der Leopard“ ist übrigens der einzige Roman des sizilianischen Schriftstellers und Adeligen Giuseppe Tomasi di Lampedusa. Das Buch erschien erst nach Lampedusas Tod, 1958 bei Feltrinelli in Mailand, wurde überraschend zum Bestseller und gilt heute als moderner Klassiker der italienischen Literatur.
Der Film
Die Verfilmung von „Der Leopard“ aus dem Jahr 1963 gehört zu den großen Werken des europäischen Kinos. Regie führte Luchino Visconti, selbst aus adligem Haus – vielleicht konnte er auch deshalb Lampedusas leise Melancholie so eindrucksvoll in Bilder übersetzen. Burt Lancaster spielt den Fürsten Don Fabrizio mit stiller Würde, zwischen Macht und Einsamkeit. Alain Delon und Claudia Cardinale bringen als Tancredi und Angelica die neue Zeit ins Spiel – jung, schön, ehrgeizig. Eine Welt, die sich verändert, und eine, die langsam verschwindet.
Besonders berühmt ist die lange Ballszene am Ende: ein visuell prachtvoller Abschied von einer Epoche. Während die Gesellschaft um ihn tanzt, erkennt Don Fabrizio, dass seine Zeit vorbei ist. Visconti zeigt diesen Wandel nicht mit Worten, sondern mit Licht, Farben, Musik und Bewegung.
Es gibt auch eine Neuverfilmung: eine sechs-teilige Produktion, die seit dem 5. März 2025 auf Netflix zu sehen ist. Aber Vorsicht: Einige Kritiker bemängeln, dass die Serie zu sehr auf Oberfläche und Ästhetik setzt – und an die Tiefe, den historischen und philosophischen Gehalt des Originals nicht heranreicht.
> Hier geht es zum Trailer bei YouTube.

Snoopy für alle Lebenslagen von Charles M. Schulz
Träumer, Philosoph und Alter Ego von Charly Brown
Snoopy ist ein Comic-Hund aus der Peanuts-Truppe von Charles Schulz, und doch ist er mehr als nur das Tier von Charlie Brown. Wer die Comics kennt, weiß: Snoopy lebt in seiner eigenen Welt. Er lässt sich gerne mal treiben, fantasiert auf dem Dach seiner Hundehütte und ist manchmal Flieger, Student oder Poet. Snoopy wurde von Charles M. Schulz erfunden. Er hat die Figur als Teil seiner Comic-Serie „Peanuts“ geschaffen, die erstmals 1950 erschienen ist.
Die Peanuts sind damals in den USA als Comicstrips zunächst in ein einigen Zeitungen erschienen. Aus ein paar Blättern wurden schnell hunderte Zeitungen, später auch Sammelbände und Hefte. In Deutschland kamen die Peanuts erst ab Ende der 60er als Bücher und ab 1970 im „Stern“ so richtig an. Filme und TV-Shows haben dann geholfen, dass Snoopy und Co. auch hier zu Superstars wurden.
Die Peanuts starteten 1950 in sieben US-Zeitungen. Auf dem weltweiten Höhepunkt, etwa um das Jahr 2000, wurden die Peanuts in insgesamt rund 2.600 Medien in 75 Ländern und in 21 Sprachen veröffentlicht.
Aktuell ist der wichtigste Verlag für die Peanuts-Comics in Deutschland der > Carlsen Verlag, Hamburg. Carlsen veröffentlicht sowohl Sammelbände als auch die Gesamtausgabe und zahlreiche Neuerscheinungen, darunter auch spezielle Ausgaben zum 75. Jubiläum der Peanuts. Zum 75. Jubiläum der Peanuts hat aber auch Reclam gerade (2025) ein Buch mit dem Titel „Alles über die Kultfiguren Snoopy, Charlie Brown & Co. von Charles M. Schulz von Joachim Kalka.
Kommentar von Denis Scheck:
»Die Sorgen und Nöte der Peanuts sind kein billiger Ersatz, kein im kindgerechten Maßstab verkleinertes Modell der Menschenwelt, sondern das reale Welttheater kleiner und großer Leute selbst.«
Filme
Der erste Zeichentrick-Kinofilm „Charlie Brown und seine Freunde“ (1969) war der meistgesehene und erfolgreichste Peanuts-Film der Anfangszeit.
Hier geht es zum deutschen YouTube-Trailer
Die Peanuts wurden vielfach als Zeichentrick und Animationsfilme adaptiert, vor allem in Form von vier Kinofilmen, über 40 Fernseh-Specials und mehreren Serien. Die wichtigsten Kinofilme sind „Ein Junge namens Charlie Brown“ (1969), „Snoopy kommt nach Hause“ (1972), „Lauf um dein Leben, Charlie Brown“ (1977) und „Gute Reise, Charlie Brown“ (1980). Hinzu kommen viele Clips, die aus TV-Specials (meist zwischen 20 und 45 Minuten), aus der „Charlie Brown und Snoopy Show“ oder neueren Animationsserien wie „Peanuts by Schulz“ oder „Die Snoopy Show“ stammen.

Und dann gab es da am 19.10. noch Lieblingsbücher, die nicht verfilmt wurden …
Zum Öffnen der Büchergalerie klicke auf eines der Bilder.
Lieblingsbücher aus dem Lesekreis vom 31.08.2025
Bei diesem Treffen hatten wir noch kein übergreifendes Thema. Zum Öffnen der Büchergalerie klicke auf eines der Bilder.






















